Elke Gundel
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
mit der Egenberger-Entscheidung des EuGH beschäftigt sich Dr. Florian Bauckhage-Hoffer. Für die Kirchen in Deutschland ging es in dieser Entscheidung um nicht weniger als einen Kernbereich ihres Selbstbestimmungsrechts, nämlich das Recht, von Stellenbewerbern eine Kirchenmitgliedschaft zu fordern, ohne dies begründen oder rechtfertigen zu müssen. Mit der Vorabentscheidung des EuGH war das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Das BAG entschied den Rechtsstreit Ende 2018 und kam zu dem Ergebnis, dass die Klägerin aufgrund ihrer Religion bzw. Weltanschauung diskriminiert worden war. Dies gibt Anlass, die BAG-Entscheidung in der Sache Egenberger kritisch zu hinterfragen.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten und das kirchliche Arbeitsrecht – Ansätze für eine Neukonzeption unterbreitet Peter Beer. Eine Diskussion über den Regelungsgegenstand und Regelungsbedarf kirchlichen Arbeitsrechts zu seiner Weiterentwicklung kann an unterschiedlichen Punkten ansetzen. Doch ganz gleich, wo angesetzt wird, sollte unbedingt deutlich werden, dass das kirchliche Arbeitsrecht nicht nur eine Fortsetzung des staatlichen Arbeitsrechts mit anderen Mitteln, sondern grundsätzlich anderer Art ist – und dies weder gegen die Interessen der Dienstnehmer noch gegen die der Dienstgeber. Der Beitrag bietet Ansatzpunkte und Impulse für eine Neubestimmung des kirchlichen Arbeitsrechts.
Arbeit 4.0 – christlich-sozialethische Anmerkungen zum Prozess der Digitalisierung macht Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer. Arbeit 1.0 beschreibt die beginnende Industriegesellschaft mit den Anfängen der Automation, Arbeit 2.0 meint die beginnende Massenproduktion und die Anfänge des Sozialstaats am Ende des 19. Jahrhunderts, Arbeit 3.0 bezeichnet die Zeit weiterer Automatisierung, aber auch die der Konsolidierung des Sozialstaats auf der Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft und schließlich Arbeit 4.0, kurz charakterisiert als digitalgestützte Innovationen mit fundamentalen Anfragen an das System Sozialer Marktwirtschaft. Die Überlegungen wollen das sozialethische Fundament der kritischen Auseinandersetzung mit den Transformationsprozessen, nämlich die Würde der menschlichen Arbeit, entwickeln.
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