Ausgabe 3_2014, Startseite III
Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes nicht zu schultern
Eine Übernahme des Tarifabschlusses des Öffentlichen Dienstes ist für die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) nicht vorstellbar; die schwierige Finanzlage erfordert vielmehr eine maßvolle und differenzierte Tarifrunde. Leidtragende einer Übernahme des Abschlusses des Öffentlichen Dienstes wären die Einrichtungen der Caritas. „Insbesondere für unsere Einrichtungen in der Altenhilfe bedeutet der Mindestbetrag von 90 € in den untersten Lohngruppen Kostensteigerungen von bis zu 8 %”, stellt Dr. Rainer Brockhoff, Verhandlungsführer der Dienstgeberseite der AK, am 2.4.2014 in Stuttgart fest. Die Tarifparteien im öffentlichen Dienst einigten sich in der dritten Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Vereinbart wurden Gehaltssteigerungen von 3,0 % ab März 2014, mindestens jedoch 90 €, und weitere 2,4 % ab März 2015. Hinzu kommen weitere Kostensteigerungen für Auszubildende und einheitlich 30 Tage Erholungsurlaub für alle. Obwohl die AK in der Altenhilfe für dreimal so viele Beschäftigte Arbeitsbedingungen aushandelt als der Öffentliche Dienst, hält die Mitarbeiterseite an den überhöhten Forderungen der Gewerkschaft ver.di für den Öffentlichen Dienst fest. „Eine einfache Übertragung von geforderten bzw. abgeschlossenen Veränderungen im Öffentlichen Dienst auf die Arbeitsbedingungen der Caritas wird den unterschiedlichen Voraussetzungen nicht gerecht. Für eine Caritas-Einrichtung in der Altenhilfe bedeutet dieser Tarifabschluss eine Personalkostensteigerung von durchschnittlich gut 6 %”, erläutert Brockhoff.
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