Ausgabe 4_2017, Startseite II
6. Symposion der Forschungsstelle für kirchliches Arbeitsrecht der Universität Tübingen
Das 6. Symposion der Forschungsstelle für kirchliches Arbeitsrecht der Universität Tübingen zum Thema „Welche Loyalität dürfen kirchliche Einrichtungen fordern?” findet am Freitag, den 06.10.2017, von 10 Uhr bis 16 Uhr im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof in Stuttgart statt. Die besonders „konfessionell” definierten Loyalitätsanforderungen in kirchlichen Arbeitsverhältnissen sind in den letzten Jahren schrittweise entschärft worden, werden aber gerade deshalb weiter intensiv diskutiert. Fraglich ist, inwieweit die Auflockerung der strikten Konfessionsbindung mit einer Schärfung des Einrichtungsprofils gerade in Caritas und Diakonie einhergehen muss. Die Grundordnung des katholischen Arbeitsrechts wurde von der Deutschen Bischofskonferenz im April 2015 reformiert, doch wird intensiv weiter über eine stärkere Institutionenorientierung der Grundordnung nachgedacht. Ende 2016 verabschiedete die EKD eine neue Loyalitätsrichtlinie, deren Umsetzung in den Landeskirchen indes noch nicht abgeschlossen ist. Hier wird z. B. „Verantwortung für die evangelische Prägung” der Einrichtung eingefordert. Auch der EuGH muss sich jetzt erstmals aufgrund zweier Vorlagen des BAG zur Reichweite der autonomen Festlegung von abgestuften Loyalitätsobliegenheiten durch die Kirchen und ihre Einrichtungen äußern. Darüber wird am 06.10.2017 im Hospitalhof in Stuttgart zu reden sein. Es soll speziell um die kirchlichen Einrichtungen und deren besonderen Bedürfnisse gehen. Rechtsanwalt Christian von Tiling (Hamburg) fragt, ob und inwieweit die Kirchenmitgliedschaft als Einstellungskriterium in der EKD heute noch eine Rolle spielt. Steffen Klumpp (Universität Erlangen-Nürnberg) beleuchtet die Fragestellung europarechtlich und wagt die Prognose, ob der EuGH die Norm des § 
9
AGG kippen wird, wonach das Selbstverständnis der Kirchen über die geforderten Loyalitätspflichten allein entscheiden soll. Beate Hofmann (Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel) untersucht die Mitarbeit von Nichtchristen in kirchlichen Einrichtungen aus theologischer Perspektive. Abschließend referiert Norbert Manterfeld (Stephanus-Stiftung Berlin) zum Thema „Kopftuch in der Kirche?” und stellt die Auswirkungen aktueller Entscheidungen von EuGH und BAG aus Sicht der Personalpraxis dar. Wie immer wird eine Podiumsdiskussion mit erfahrenen Praktikern – u. a. Wolfgang Teske (Vorstand Diakonie Mitteldeutschland) – das 6. Symposion der Forschungsstelle für kirchliches Arbeitsrecht der Universität Tübingen abrunden.
Datenschutz