Ausgabe 1_2016, Startseite II
RK Nord: Keine Umsetzung der Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst
Die Tarifverhandlungen für ca. 13.000 Beschäftige im Sozial- und Erziehungsdienst (Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Heilpädagogen) in den niedersächsischen Caritaseinrichtungen sind in der Sitzung der RK Nord in Hannover am 09.02.2016 ergebnislos vertagt worden. Die Mitarbeiterseite forderte eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 3,5 % rückwirkend zum 01.07.2015 und eine weitere Erhöhung von 4,5 % rückwirkend zum 01.01.2016. Die Dienstgeberseite bot eine durchschnittliche Erhöhung der Bezüge um 3,5 % zum 01.08.2016 an. Bezugspunkt für die Lohnverhandlungen ist der Beschluss der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes e.V. vom Dezember 2015, der eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 3,5 % vorsieht. Die Dienstgeber begründeten ihre Position, die Lohnerhöhung um acht Monate zu verschieben, mit der Finanzierungssituation der Einrichtungen in Niedersachsen: Ein Großteil der betroffenen Beschäftigten ist in Einrichtungen der Behindertenhilfe tätig, die in Niedersachsen wesentlich schlechter als in den anderen alten Bundesländern vergütet werden. Da die Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen für die Finanzierung der Behinderteneinrichtungen bereits abgeschlossen sind und eine neue Verhandlungsrunde nicht möglich ist, könnten hier erhebliche Probleme auf die Einrichtungen zukommen. Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer Einigung ist nun die Anrufung des Vermittlungsausschusses.
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