Ausgabe 4_2013, Startseite 116
Prof. Dr.
Hermann
Reichold
,
Tübingen
Das BAG hat in seinem Streik-Urteil vom 20.11.2012 verdeutlicht, dass der „Dritte Weg” der Kirchen und ihrer Einrichtungen nicht ohne die Gewährleistung der koalitionsmäßigen Betätigung von Gewerkschaften und ihre Einbeziehung in die Kommissionen noch friedlich funktionieren könne. Ein „Weiter so wie bisher” kann nach Ansicht des BAG Arbeitskampfmaßnahmen seitens der Gewerkschaften rechtfertigen. Damit ist für den katholischen Bereich und sein MAV-Entsendungsmodell im KODA-System die Frage aufgeworfen, ob dem Koalitionsgrundrecht des Art. 
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Abs. 3 GG nur durch die Einbeziehung von „Gewerkschaften” Genüge getan wird, oder ob nicht auch die existierenden Mitarbeitervertretungen als „Surrogat” einer kirchlichen Koalition rechtliche Anerkennung finden könnten. Dem soll im Folgenden grundsätzlich nachgegangen werden.
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