Ausgabe 1_2019, Startseite 14
Dr.
Utz
Andelewski
,
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht
,
Berlin
Dr.
Christopher
Wiencke
,
Rechtsanwalt
,
Berlin
In Zeiten flexibler Arbeitszeitmodelle und moderner Kommunikationsformen werden immer mehr Arbeitnehmer außerhalb ihrer Arbeitszeit und auch außerhalb vereinbarter Rufdienste von ihren Arbeitgebern kontaktiert. Diese Kontaktaufnahmen erfolgen bspw., um Arbeitnehmer bei Störungen kurzfristig zur Beseitigung dieser zu rufen, um zu fragen, ob sie bereit sind, Dienste zu übernehmen (sog. „Holen aus dem Frei”) oder um andere Notfallsituationen abzudecken. Aber sind Arbeitnehmer tatsächlich auch außerhalb eines Bereitschafts- oder Rufdienstes zu einer ständigen Erreichbarkeit verpflichtet, und hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Mitteilung von privaten Kommunikationsdaten seines Mitarbeiters? Ebenso von aktuellem Interesse ist die mit der Frage der Erreichbarkeit im Zusammenhang stehende Frage nach der maximalen Wegezeit, also binnen welchen Zeitraumes Arbeitnehmer während der Ableistung von Rufdiensten an ihrem Arbeitsplatz erscheinen müssen bzw. was Arbeitgeber tun können, um ein rechtzeitiges Erscheinen des rufdiensthabenden Arbeitnehmers sicherzustellen. Der nachfolgende Beitrag stellt die insoweit von der Rechtsprechung entwickelten Leitlinien und deren Umsetzbarkeit sowie die Zusammenhänge zwischen diesen Fragen praxisnah dar.
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