Ausgabe 6_2019, Startseite 179
Prof. Dr. phil.
Franziskus
von Heereman
,
PTHV Vallendar
Der folgende Beitrag versucht einen philosophischen Blick auf den Auftrag der Caritas. Mit Caritas ist dabei sowohl der Grundvollzug christlich motivierten Helfens als auch, weil zu diesem gehörig, die Institution „Caritas” gemeint. Die philosophische Behandlung dieses Themas ist deshalb kein ganz unkompliziertes Unterfangen, weil ja die Caritas als Wirklichkeit der Kirche so wenig wie diese von der Philosophie erschöpfend behandelt werden kann. Denn so viel die katholische Kirche der Vernunft auch zutraut, ihr innerstes Geheimnis, die Fleischwerdung der Liebe Gottes in dem Menschen Jesus Christus, entzieht sich ihrem eigenen Verständnis nach der bloßen Vernunft – und damit der Philosophie. Jesus Christus als Sohn Gottes zu glauben ist nicht gegen die Vernunft, aber es geht über das, was sie aus sich heraus erreichen kann, hinaus, und insofern kann die Philosophie nicht bis an diesen Ort gelangen. Andererseits kann sie bis kurz davor gelangen – sozusagen bis in den „Vorhof des Tempels”, insofern das Stoßen an eine Grenze ja immer Begegnung ist: Begegnung mit dem, woran man stößt, wenn man seine Grenze findet. Denn Grenze ist immer die Grenze von mindestens zweien.
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