Ausgabe 5_2016, Startseite III
Impulse zu den Herausforderungen der Digitalisierung
Unter dem Titel „Medienbildung und Teilhabegerechtigkeit” veröffentlichte die Publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am 28.10.2016 Impulse zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Die zahlreichen Veränderungen, die unter dem übergeordneten Begriff der Digitalisierung stattfinden, wirken sich tiefgreifend auf alle gesellschaftlichen Felder aus: Arbeit und Freizeit, Versorgung und Verkehr, Gesundheit und Erholung erfahren einen Wandel. Stichworte wie Algorithmen, Big Data, Digitale Bildung, Disruption, Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Internet der Dinge und Robotik bestimmen die Debatten. Angesichts eines Primats der Ökonomie ist es notwendig, ethische Fragen zu thematisieren: Welche Rolle spielt der Mensch in diesen Veränderungen? Reicht eine klassische Verantwortungsethik aus oder brauchen wir eine „digitale Ethik” zur Wahrung der Menschenwürde? Zu zahlreichen Themen und angesichts einer drohenden Verrohung der Kommunikation im Netz findet ein intensiver Wertediskurs statt. An dieser Debatte will sich die Publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz mit ihrem Impulspapier beteiligen. Die angesprochenen Entwicklungen weisen außerdem eine politische Dimension auf. Zahlreiche Phänomene werden unter dem übergeordneten Begriff „Netzpolitik” diskutiert. Grundsätzlich braucht es dabei ordnungspolitische Regelungen, die sowohl dem christlichen Menschenbild als auch der Dynamik der Medienwelt Rechnung tragen. Dieser Aspekt wird ebenfalls im Impulspapier berücksichtigt, in dem exemplarisch netzpolitische Herausforderungen in den Themenfeldern Datenschutzsensibilität, Teilhabegerechtigkeit, Urheberrecht, Jugendmedienschutz, Hass und Verrohung im Netz sowie Medienkompetenz/Medienbildung beschrieben werden. Die Prinzipien der Katholischen Soziallehre – Personalität und Gemeinwohlorientierung, Solidarität und Subsidiarität – dienen dabei als Orientierung für die Formulierung von Bewertungen und Empfehlungen für den kirchlichen Bereich. Das Impulspapier hat die Publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz unter ihrem Vorsitzenden, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), mit ihrer Expertengruppe Social Media und in Kooperation mit dem Katholischen Büro Berlin sowie der Arbeitsgruppe kirchlicher Datenschützer erarbeitet.
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